Für den Klimawahlcheck zur Landtagswahl 2022 in Schleswig-Holstein bitte hier klicken.

 

Warum ein Klimawahlcheck für Schleswig-Holstein?

Wir haben uns als Parents for Future (P4F) und Fridays For Future (FFF) zusammengefunden, weil die Klimakrise rapide voranschreitet und wir in Schleswig-Holstein massiv davon betroffen sind. Die Küste von Sylt muss bereits heute mit teuren Sandvorspülungen stabilisiert werden, soll die Insel dauerhaft erhalten werden.

Durch das Abschmelzen des polaren Eises werden für Nord- und Ostsee schon bis 2050 noch drastischere Änderungen erwartet: Aufgrund des erwarteten Meeresspiegelanstiegs kann der Untergang vieler Nordseestädte, der nordfriesischen Inseln sowie der Halligen – wenn überhaupt – nur durch eine massive Erhöhung der Deiche verhindert werden. Diese ist aber nur bis zu einem Meeresspiegelanstieg von 1 Meter noch halbwegs technisch machbar.

Wird die Temperaturerhöhung gegenüber der vorindustriellen Zeit nicht deutlich unter 2°C gehalten, drohen zahlreiche Kippelemente den Klimawandel durch Rückkopplung weiter zu verstärken. Der Abschmelzprozess des grönländischen und antarktischen Eisschildes hat schon begonnen und ist ab einem bestimmten Punkt der Erderhitzung (vermutlich knapp über 2°C) nicht mehr zu stoppen.

Auf Grönland liegt genug Eis für 7 Meter langfristigen Pegelanstieg, in der Antarktis für mehr als 50 Meter. Ein höherer Meeresspiegel zieht aber auch schon deutlich früher, wesentlich intensivere Sturmfluten nach sich, die möglicherweise dann auch trotz der erforderlichen massiven Deicherhöhungen großflächige Überflutungen verursachen können.

Jede Wahl ist Klimawahl!

Die nächsten Jahre sind entscheidend, um die Weichen auf deutlich unter 2°C zu stellen und damit gefährliche Kipppunkte im Klimasystem und sich selbst verstärkende Klimaereignisse zu vermeiden. Die Politik muss das Pariser Klimaschutzabkommen endlich ernst nehmen und schnell entschlossene und weitreichende Maßnahmen umsetzen, um uns und unseren Kindern den Lebensraum auch auf unseren Inseln und in den Küstenstädten zu erhalten.

Dieses Jahrzehnt bezeichnen die Klimawissenschaftler:innen als letzte Chance, um das Ruder herumzureißen. Die neu gewählten Landespolitiker:innen entscheiden maßgeblich mit, ob das gelingt!

 

Schleswig-Holstein muss jetzt handeln!

 
 

Texte zum Teil mit freundlicher Genehmigung von https://klimakrisefolgen.de/ übernommen.

Quellen:

Hintergründe / FAQ

Der Klima-Wahlcheck für Schleswig-Holstein wurde von den Parents For Future (P4F)  und Fridays for Future (FFF) Schleswig-Holstein erstellt. Die Fragen des Klima-Wahlchecks basieren auf den klimapolitischen Forderungen von FFF.

Der Klima-Wahlcheck soll helfen, eine informierte Wahlentscheidung im Bereich Klimaschutz in Schleswig-Holstein zu treffen. Wir haben die Wahlprogramme der antretenden Parteien, die ein S-H spezifisches Wahlprogramm haben nach verschiedenen Themengruppen (Meeresschutz, Energie, Verkehr, Land- und Forstwirtschaft u.a.) basierend auf dem erstellten Fragenkatalog analysiert.

Ganz wichtig: Der Klima-Wahlcheck ist keine Wahlempfehlung. Er gleicht lediglich die Wahlprogramme der Parteien mit den Fragen ab.

 

Unser Redaktionsteam – bestehend aus individuellen Mitgliedern der Fridays For Future (FfF) und Parents4Future (P4F), hat die Wahlprogramme der ausgewählten Parteien durchgearbeitet und deren Aussagen mit dem Fragenkatalog (der auf Basis der Forderungen von FFF Schleswig-Holstein entstanden ist) abgeglichen. Die Forderungen haben dabei zum Ziel, dass Schleswig-Holstein seinen gerechten Beitrag zu den Pariser Klimazielen und somit der  Begrenzung der globalen Erderhitzung auf deutlich unter 2 °C leistet und seinen CO2-Ausstoß dazu konform reduziert.

Der Erfüllungsgrad der Fragen wurde nach folgendem Schema bewertet:

  • 0 Punkte: Das Thema der zugrundeliegenden Forderung kommt gar nicht zur Sprache oder der Forderung wird in keiner Weise entsprochen; dann sind im Kommentarfenster keine Erläuterungen aufgelistet. Werden klimaschädliche Maßnahmen im Wahlprogramm gefordert, so ist dies auch mit 0 Punkten bewertet; diese werden im Kommentarfenster jedoch erläutert.
  • 0,25 Punkte: Das Thema wird zumindest in positiver Absicht erwähnt. Jedoch sind keine oder keine ausreichend förderlichen Maßnahmen benannt, um die zugrundeliegende Forderung zu erfüllen.
  • 0,5 Punkte: Die Partei benennt Maßnahmen und/oder Zielsetzungen, die eingeschränkt förderlich sind, die zugrundeliegende Forderung zu erfüllen.
  • 0,75 Punkte: Die Partei benennt Maßnahmen und/oder Zielsetzungen, die förderlich sind, die zugrundeliegende Forderung zu erfüllen.
  • 1 Punkt: Die Partei benennt Maßnahmen und/oder Zielsetzungen, die der zugrundeliegenden Forderung ohne Einschränkungen entsprechen.

Für detaillierte Informationen zu individuellen Bewertungen werden auf der Seite Erläuterungen angezeigt, wenn das Fragezeichen-Symbol hinter der jeweiligen Antwort angeklickt wird. Die eckigen Klammern im Erläuterungstext sind Quellenverweise auf das Druck-Wahlprogramm der jeweiligen Partei.

Wir haben nur die Aussagen des jeweiligen Landtagswahlprogramms bewertet. Dabei wurden nur Informationen zu Klimaschutz und ökologischer Nachhaltigkeit bewertet. Zu anderen Themen finden sich im Klima-Wahlcheck keine Informationen.

Nein, die einzelnen Parteien konnten die Bewertung im Vorfeld nicht einsehen.

Parteien, die sich nicht richtig bewertet fühlen, können Kontakt zu uns aufnehmen und die Löschung aus dem Klima-Wahlcheck beantragen.

Manche Parteien gehen sehr deutlich auf das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit ein und nehmen auf die bewerteten Forderungen konkret Bezug. Andere Parteien sprechen sich in ihren Wahlprogrammen konkret gegen Maßnahmen aus, die als klimapositiv oder ökologisch positiv erachtet werden. Auch wenn wir die Vergabe der Punkte mehrfach gegengeprüft haben, ist eine gänzlich objektive Bewertung nicht vollständig zu gewährleisten. Die Punktzahl gibt also einen Eindruck, wie sehr die jeweilige Partei in ihrem Wahlprogramm mit den Fragestellungen übereinstimmt. 

Wir können jedoch nicht bewerten, wie ernst eine Partei ihre Absichtserklärungen nimmt und welche Absichten und Standpunkte für sie in möglichen Koalitionsverhandlungen diskutabel sind.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich für Klimagerechtigkeit und Klimaschutz als Wahlthema einzusetzen:
Kontaktieren Sie doch einfach mal die Vertreter:innen der Parteien und stellen Sie Ihre eigenen Klimafragen. Nur so können wir deutlich machen, dass das Thema für viele Menschen wahlentscheidend ist.
Teilen Sie den Klima-Wahlcheck und helfen Sie, ihn bekannt zu machen! Schicken Sie den Link jetzt gleich an Ihre Freund:innen und Bekannten und in die sozialen Medien. Nur so können wir gemeinsam zeigen, wie wichtig dieses Thema ist.
Werden Sie selbst aktiv: Melden Sie sich bei der Fridays for Future, Parents4Future oder einer anderen ForFuture-Gruppe vor Ort oder bei anderen Klimagruppen und nehmen Sie an Aktionen teil.
Und nicht zuletzt: Gehen Sie wählen und animieren Sie Ihre Freund:innen und Bekannten dazu!

Eine Übersicht vom Wahlsystem über die Stimmabgabe bis zur Listennachfolge, ist hier zu finden.

Wir haben nur die derzeit im Landtag / Bundestag vertretenen Parteien, sowie solche mit Landeswahlprogrammen berücksichtigt, die wir bis zum März fanden. Nicht berücksichtigt wurden auch solche kleinen Parteien, die keine klimarelevanten Punkte in ihrem Programm erwähnten, wie die Partei für Gesundheitsforschung.
Jedoch stellen wir hier eine Liste der Links zu den Webseiten dieser Parteien zur Verfügung:

Wir die Parents For Future und Fridays For Future Schleswig-Holstein sind Vertreter:innen der Zivilgesellschaft, die Klimaschutz als dringlichste politische Aufgabe begreifen. Unsere einzige Chance besteht darin, dass alle Länder rasch dekarbonisieren – also das Verbrennen von fossilen Rohstoffen beenden. Wir können keinen globalen Fortschritt erwarten, wenn wir selbst nicht bereit sind, zumindest unseren Beitrag zu leisten.

Die Software für den Klima-Wahlcheck wurde mit Liebe gemacht von den TechGenossen, koordiniert von Patrick Gruban.

 

Unser Dank gilt allen, die an der Bearbeitung der Wahlprogramme, an der Erstellung der Homepage und beim Verbreiten der erarbeiteten Informationen mitgewirkt haben.

Im Speziellen sind das die individuellen Mitglieder der verschiedenen Ortsgruppen der FfF, P4F und S4F. Die Software für den Klima-Wahlcheck wurde mit Liebe gemacht von den TechGenossen, koordiniert von Patrick Gruban.

Ein besonderer Dank gilt allen Menschen, die sich täglich für die Begrenzung der globalen Erderhitzung auf 1,5 °C einsetzen.